Ratgeber Elektroautos – FAQ
Häufig gestellte Fragen und Antworten

Warum sind hier nur 100%-Elektroautos gelistet und keine Hybridfahrzeuge?

Wir glauben, dass Hybridfahrzeuge nur eine kurze Übergangslösung sind. Schon mit der aktuellen Akku-Generation sind die Reichweiten ausreichend, um in Verbindung mit einem gut ausgebauten Schnellladenetz auch Langstrecken mit 100%-Elektroautos (BEV) zu absolvieren. Im Kurzstreckenbereich innerhalb einfacher Reichweite sind BEV schon heute ein vollwertiger Ersatz für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren (z. B. für Pendler). Hybridfahrzeuge (PHEV) werden daher unserer Auffassung nach in Kürze nur noch eine Nischenanwendung darstellen. Es lohnt nicht, veraltete Technologie mitzuschleppen.

Brauche ich ein E-Kennzeichen?

Ein E-Kennzeichen ist für Elektroautos nicht vorgeschrieben. Es wird nur dann benötigt, wenn Sie ggf. von den Kommunen eingeräumte Sonderrechte in Anspruch nehmen möchten. Beispiel: Befreiung von Parkgebühren.

Braucht ein Elektroauto noch eine Umweltplakette, auch wenn es ein E-Kennzeichen hat?

Ja. Das E-Kennzeichen ersetzt ausdrücklich nicht die Plakette.

In der „Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge“ vom 10. Oktober 2006 heißt es im Anhang 2 (zu §2 Abs. 2):

„Zuordnung der Kraftfahrzeuge zu den Schadstoffgruppen
Schadstoffgruppe 4
(3) Kraftfahrzeuge mit Antrieb ohne Verbrennungsmotor (z. B. Elektromotor, Brennstoffzellenfahrzeuge) werden der Schadstoffgruppe 4 zugeordnet.“

Was ist die Elektroauto-Prämie und wie bekomme ich sie?

Käufer/innen von 100%-Elektroautos (BEV) erhalten eine Prämie (Umweltbonus) von 4.000,- €. Gefördert werden nur Fahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000,- € ab Kaufdatum 18. Mai 2016. Die Prämie wird je zur Hälfte von den Herstellern und vom Staat finanziert. Einige Hersteller (z. B. Renault und Nissan) stocken die Prämie von sich aus noch weiter auf. Der staatlich finanzierte Teil der Prämie muss beim BAFA beantragt werden. Der Umweltbonus endet mit Erschöpfung der bereitgestellten Fördermittel, spätestens am 30. Juni 2019.

Kann ich ein Elektroauto auch bei Regen aufladen?

Ja.

Die Ladeanschlüsse von Elektroautos und Ladesäulen sind so konstruiert, dass kein Regenwasser eindringen kann, während das Fahrzeug lädt.

Kann mein Ladekabel entwendet werden, während das Auto unbeaufsichtigt lädt?

Die Ladestecker für die gängigen Typ2-, CCS- und CHAdeMO-Anschlüsse werden während des Ladevorgangs im Fahrzeug und in der Ladesäule oder Wallbox verriegelt, so dass sie nicht einfach abgezogen werden können. Ein Diebstahl wäre nur mit massiver Gewalteinwirkung möglich, unter Lebensgefahr für den Dieb.

Beim Laden an einer Haushaltssteckdose kann das Ladekabel zwar aus der Steckdose gezogen werden, am Fahrzeug ist es aber auch in diesem Fall verriegelt.

Wie lange hält der Antriebsakku?

Im September 2017 überschritt ein US-Amerikaner mit einem 2012er Chevrolet Volt (baugleich mit Opel Ampera) 400.000 Meilen (643.738km), ohne dass das Fahrzeug an elektrischer Reichweite einbüßte.
(Quelle)

Praxisdaten von Teslas Model S/X mit Stand August 2017 zeigen, dass die Antriebsbatterien dieser Fahrzeuge im Schnitt nach 240.000km noch 92% ihrer ursprünglichen Kapazität besitzen. Auf Basis dieser Daten kann man prognostizieren, dass diese Akkus ca. 840.000km erreichen können, bevor ihre Ausgangskapazität auf 80% gesunken sein wird.
(Quelle)

Zum Vergleich: Die Lebensspanne eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor liegt bei ca. 220.000km.

Was ist, wenn ich mit einem Elektroauto im Stau stehe?

Wenn Elektroautos stehen – an der Ampel oder im Stau –, verbrauchen sie fast keine Energie. Den Verbrauch der Bordelektronik kann man genauso vernachlässigen wie den des Radios/Navis. 5 Stunden Radio-Dauerbeschallung mit 100W lassen die Reichweite je nach Akku-Kapazität nur um ca. 1,3% schrumpfen*. Diesen Effekt wird man in der Praxis nicht einmal bemerken.

Etwas anders verhält es sich, wenn die Klimaanlage läuft. Moderne Elektroautos verfügen allerdings über effiziente Wärmepumpen, die aus der eingesetzten elektrischen Energie ein Vielfaches an Wärme bzw. Kälte liefern können. Deren Verbrauch ist gering: Bei vortemperiertem Innenraum muss nur in Intervallen nachgeheizt oder nachgekühlt werden. Dabei zieht die Wärmepumpe ca. 1kW. Eine achtstündige Winternacht im Stau würde also max. 8kWh Energieverbrauch bedeuten. Schon bei einem kleinen 22kWh-Akku sind das nur rund 36% der verfügbaren Kapazität. Genug Reserve, um auch solche Eventualitäten zu überstehen.

*) Beispielrechnung: Eine Renault ZOE mit 41kWh-Akku kommt im Sommer bei gemäßigter Fahrweise mit einer Akkuladung reale 300km weit. Angenommene Gesamtfahrzeit: 5 Stunden an (wegen unterschiedlicher Geschwindigkeiten). Verbrauch Radio: 0,1kW * 5h = 0,5kWh. Erzielbare Reichweite mit 41kWh-0,5kWh: rund 296 km. Differenz: < 4km bzw. 1,33%.

Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher als Verbrenner?

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) wies bereits 2015 in einer Analyse „Wie klimafreundlich sind Elektroautos?” nach:

„… dass E-Fahrzeuge selbst unter Berücksichtigung des derzeitigen deutschen Strommix klimafreundlicher sind als vergleichbare verbrennungsmotorische Fahrzeuge, auch solche mit Spritspartechniken.”

Prinzipbedingt gilt: Vergrößert sich der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix, verbessert sich automatisch sofort die Klimabilanz aller bereits fahrenden E-Fahrzeuge.

Noch klimafreundlicher lassen sich Elektroautos natürlich mit reinem Ökostrom betreiben.

Siehe unsere Übersicht über „echte“ Ökostromanbieter in Deutschland.

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